Abbildung 1: kabelforum.de

Eine Verbindung fürs Leben: Crimpen Teil 2

Im ersten Teil des Blogs hatten wir die Verbindungstechnik „Crimpen“ vorgestellt. Nun wollen wir ins Detail gehen: Denn wer die entsprechenden Teile und Werkzeuge bei Würth Elektronik bestellt, soll damit natürlich optimale Ergebnisse erzielen.

Der Crimpvorgang:

1. Das Gesenk ist geöffnet. Auf dem Amboß ist ein Kontakt positioniert. Die Ader wird von Hand oder maschinell eingelegt.

2. Der niedergehende Crimper drückt die Ader in die Crimphülse und erfasst die Crimpflanke.

3. Im weiteren Ablauf werden die Crimpflanken eingerollt, der Litzenleiter gleichmäßig verdichtet und der Crimp geformt.

4. Die Endstellung bei vorgegebener Crimphöhe garantiert die notwendige Verpressung der Litzenleiter zu einem nahezu gasdichten Crimp.

Wer alles richtig gemacht und die Ader korrekt eingelegt hat, sollte zu folgendem Ergebnis kommen:

Welche Probleme können beim Crimpen auftreten?

Wenn man beim Crimpen keine ausreichend hohe Kraft aufbringt oder ein falsches Crimpwerkzeug verwendet, werden Adern unzureichend oder fehlerhaft verpresst. Als Folge der fehlerhaften Kontaktierung erhöht sich der Übergangswiderstand zwischen Ader und Crimpkontakt. Weiterhin besteht das Risiko, dass eine unvollständig verpresste Ader aus der Crimphülse gezogen werden kann.

Andererseits darf eine Crimpverbindung auch nicht zu stark verpresst werden. Ein zu großer Druck oder ein zu kleines Werkzeug können die Querschnitte von feindrähtigen Litzenleitern unzulässig verringern. Weiterhin besteht bei extremer Überschreitung der Presskraft an feindrähtigen Litzenleitern das Risiko, dass einzelne Leiter abgeschert werden. Der verringerte Querschnitt würde die Stromtragfähigkeit der Verbindung mindern. Außerdem kann die Hülse des Crimpverbinders durch Risse oder Aufbrechen unbrauchbar werden.

Fehler können auch bereits beim Abisoliervorgang entstehen. Werden keine geeigneten Werkzeuge zum Abisolieren verwendet, ist die Qualität erheblich von Geschick und Erfahrung des Anwenders abhängig.

Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten:

• Die Crimphülse umfasst die Aderisolierung nicht komplett

• Verbleibende Aderisolierung wurde vom Abisolierwerkzeug beschädigt

• Einzeldrähte wurden vom Abisolierwerkzeug beschädigt oder abgeschnitten

• Einzeldrähte wurden nachträglich zu stark verdrillt

• Einzeldrähte sind nicht mehr verdrillt

• Kontakt verdreht

• Crimplasche verbogen

• Kontakt verbogen

• Falsche Werkzeugjustierung

• Falsche Auswahl Kontakt/Leiterquerschnitt

• Falsche Crimphöhe

Abbildung 2: kabelforum.de

Tests zur Qualitätskontrolle

Qualitätsbeurteilung und Fehlerbild: Man verwendet einen Auszugstest/Pull-out-Force-Tester, um die Crimpverbindung zu testen. Die Litzen sollten ungleichmäßig abreißen (1), ansonsten wurde der Kontakt übercrimpt (2) (führt zu einer Sollbruchstelle) beziehungsweise nicht stark genug gecrimpt. (3).

Als nicht zerstörende Prüfung kann eine Crimphöhenmessung durchgeführt werden. Die Crimphöhe und -breite wird vom Hersteller des Crimpwerkzeugs in Absprache mit dem Kontakthersteller vorgegeben. Dies ist die Testmethode mit der höchsten Genauigkeit.

Einen schönen Überblick zum Thema der korrekten Crimpverbindung findet man hier.

Zuletzt bleibt uns nur noch zu sagen: viel Erfolg beim Crimpen!

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